Werbeplanen

Fachbegriffe der Druckbranche von A bis Z

Das folgende kurze Glossar beinhaltet nur eine kleine Auswahl wichtiger Begriffe aus dem Bereich der Technologien und Produktionsverfahren zu Printmedien sowie der elektronischen Medien und Kommunikations- und Informationstechnologien.


Abwicklung

Wirksamer Umfang des Platten-, Gummi- oder Druckzylinders. Die Abwicklung der in Kontakt stehenden Zylinder muß aufeinander abgestimmt, idealerweise identisch sein.Abwicklungsfehler können u. a. Punktdeformation, Dublieren, Drucklängendifferenzen, Passerdifferenzen und erhöhten Druckplattenverschleiß verursachen.

Akzidenz/Akzidenzdruckmaschine

Ein- oder mehrfarbige, ein- oder mehrseitige Drucksachen wie z.B. Prospekte, Kataloge, Briefbogen, Handzettel oder Visitenkarten, meist in kleiner Auflage und von gehobenem Qualitätsstandard. Die Grenzen zu Illustrations-,Verpackungs-, Formulardruck etc. sind fließend. Akzidenzdruckmaschinen sind vielseitig einsetzbare Druckmaschinen (Bogen oder Rolle), im Gegensatz zu Spezialmaschinen wie z.B. Zeitungsdruckmaschinen.

Andruck (on-press proof)

Probedruck auf einem Drucksystem in geringer Auflage, der das Ergebnis des Reproduktionsprozesses sichtbar macht, wobei das Andrucksystem in seiner Drucktechnologie dem Druckverfahren des Auflagendrucks entspricht.

Anilindruck

Ältere Bezeichnung für den Flexodruck, basierend auf den zuerst eingesetzten Anilin-Farben.

Aufbauen

Ungewolltes örtliches Ansammeln von Druckfarbe auf farbübertragenden Flächen des Druckwerkes, z.B. auf dem Gummituch beim Mehrfarben-Naß-in-Naß-Druck.

Auflage

Anzahl der herzustellenden Exemplare eines Druckauftrages.

Auflösung/Adressierbarkeit

Anzahl der Bildelemente (Pixel, Punkte) je Längeneinheit, die bei der Ausgabe am Bildschirm, auf Film, Druckform (Platte etc.) oder Papier wiedergegeben werden können. Meist ausgedrückt in Anzahl pro cm (dpcm) oder Inch (dpi). Hohe Auflösung bedeutet gute Detailwiedergabe.

Auflösungsvermögen

Definiert in der Fotografie die Anzahl von Linien pro Millimeter, die bei einem Tonwert von 50 % noch getrennt wiedergegeben werden können.

Ausschießen (Imposition)

Anordnen der einzelnen Seiten zu einem Druckbogen unter Berücksichtigung des Falzschemas und der Weiterverarbeitung.

Ausschließen

In der Satzherstellung die Veränderung der Wort- bzw. Buchstabenzwischenräume, um die Zeile auf die im Layout festgelegte Länge zu bringen.

Baud

Maß für die Datenübertragungsrate.Anzahl der Bits, die pro Sekunde (bps) von einer digitalen Station zur anderen übertragen werden können.

Bedruckstoff

Material, auf das gedruckt wird.

Bit

Kleinste adressierbare Speichereinheit. 8 Bits bilden 1 Byte.

Bitmap

In Pixel aufgelöster Bildinhalt, wobei die Pixel die Informationen für Lage (Position), Größe,Winkellage und Farbe tragen und einzeln ansteuerbar sind.

Bittiefe (Datentiefe)

Definiert, durch wieviele Bits jedes Pixel beschrieben ist, und damit die Anzahl der Graustufen pro Pixel. Mit einem Bit (0 oder 1) lassen sich 2 Tonwerte beschreiben, mit 8 Bit 256 Tonwerte (Grauwerte).

Bogenarten

– Druckbogen: bedruckter Bogen, wie er aus der Druckmaschine kommt – Buchbinderbogen: nach dem Druck beschnittener Bogen, Eingangsbogen für die Falzmaschine – Falzbogen: gefalzter Buchbinderbogen, Produkt der Falzmaschine

Breitbahn

Bezeichnung für einen Druckbogen, der so aus der Papierbahn geschnitten wurde, daß die kurze Seite des Bogens in der Hauptfaserrichtung (Bahnlaufrichtung bei der Papierherstellung) des Papiers liegt. Entsprechendes gilt auch für andere Materialien, wie z.B. Plattenmaterial für Druckplatten. (Lange Seite in Hauptfaserrichtung: Schmalbahn) - wichtig im Plattendirektdruck und XXL-Druck

Broschüre

Buchartiges Fertigprodukt, meist bestehend aus 8 bis 48 Seiten. Der ein- oder mehrlagige Block (miteinander verbundene Falzbogen) ist in einen Kartonumschlag eingehängt, z.B. eingeklebt.

Broschur

Buchbinderisches Erzeugnis, bei dem der Umschlag direkt mit dem ein- oder mehrlagigen Block am Rücken verklebt oder geheftet ist.Von „Broschur“ wird meist in der Weiterverarbeitung gesprochen.

Browser

Allgemein: Softwareprogramm, das es ermöglicht, sich in großen Datenbeständen zu bewegen.Meist wird das Wort Browser (engl. to browse: umblättern, schmökern) im Zusammenhang mit dem Internet verwendet.Hier dient der Browser im wesentlichen dazu, den Zugang zu ermöglichen und die Internet-Seiten (Sites) aufzufinden, aufzubereiten und anzuzeigen.

CIE-Farbraum

Geräteunabhängiger Farbraum, in dem jede darzustellende Farbe durch ihre Normfarbwerte Y, x, y beschrieben wird.

CIELAB-Farbraum

Geräteunabhängiger Farbraum, bei dem die CIE-Farbwerte Y, x, y (siehe CIE-Farbraum) in empfindungsgemäß gleichabständige Werte L*, a*, b* umgerechnet wurden. L bezeichnet die Helligkeit, a* ist der Rot-Grün-Anteil und b* der Gelb-Blau-Anteil.

CIM (Computer-Integrated Manufacturing)

Computerintegrierte Fertigung von Produkten (auch von Druckprodukten).

CMYK

Standardisierte Grundfarben für den Vierfarbendruck: Cyan,Magenta, Gelb und Schwarz. (Engl.: Cyan,Magenta, Yellow, Key; Key wegen der häufigen Verwendung von Schwarz/Black als Bezugsfarbe für das Einpassen der Buntfarben zum korrekten Farbregister/Übereinanderdruck).

Color Management

Verfahren/System zur Abstimmung der einzelnen Geräte und Maschinen, die am Workflow der Farbbildbearbeitung bis zum fertigen Druckerzeugnis beteiligt sind. Dient zur Gewährleistung der richtigen Farbwiedergabe von der Eingabe (z.B. Scanner) bis zur Ausgabe auf verschiedenen Medien und mit verschiedenen Drucktechnologien (z.B. Bildschirm; über Druckeinrichtungen oder Druckmaschinen unterschiedlicher Drucktechnologien auf verschiedene Bedruckstoffe).

Computer to …-Technologien

Diese Technologien beschreiben die direkte Bebilderung aus einem Datensatz heraus entweder auf Film (Computer to Film), auf die Druckplatte (Computer to Plate), auf eine Siebdruckform (Computer to Screen), auf eine geschlossene, zylinderförmige Druckform wie z.B. im Tiefdruck (Computer to Cylinder) oder auf den Plattenzylinder einer Druckmaschine (Computer to Press), sowie über ein latentes Zwischenbild (ohne feste Druckform), z.B. Elektrofotografie oder direkt auf den Bedruckstoff, z. B. Ink Jet (Computer to Print; manchmal auch Computer to Paper genannt).

Cross-Media

Mehrfache Nutzung von Druckdaten (bzw. Daten, die die Inhalte und Informationen beschreiben) für verschiedene Medien. Die Daten können für die Erzeugung von Druckprodukten und Webseiten für das Internet, aber auch für die Erzeugung von Inhalten für CD-ROMs genutzt werden. Die im sog. Premedia-Bereich erzeugten digitalen Informationen können also für die Erzeugung von Printmedien und/oder elektronischen Medien genutzt werden.

Densität/Dichte (optische Dichte)

Lichtundurchlässigkeit einer Farbschicht. Rechnerisch der Logarithmus der Opazität. (Siehe Opazität)

Densitometer

Ein Gerät zur Messung von Schwärzungs- bzw.Dichtewerten in Transmission bei Filmen oder Reflexion/Remission im Druck. Der Meßeffekt beruht auf Schwächung der Lichtintensität bei Durchgang des Lichtes in Schichten.

DI (Direct Imaging)

Verfahren der direkten Bebilderung von Druckformen in der Druckmaschine (Computer to Press).

Dilitho

Speziell für den Zeitungsdruck entwickeltes direktes Druckverfahren, bei dem von der Offsetdruckplatte direkt auf das Papier gedruckt wird.

Dispersion

1. In der Chemie: Mischung zweier oder mehrerer Stoffe, wobei ein Stoff als Dispersionsmittel (Dispergens) dient und ein anderer Stoff als disperse Phase darin fein verteilt (dispergiert) ist.
2. In der Optik: Zerlegung weißen Lichtes in seine Spektralfarben beim Durchtritt durch die Grenzfläche zwischen zwei optischen Medien bei spezieller Auslegung und Strahlrichtung (z.B. Prisma).

Dithering

(engl. to dither: schwanken) – Im digital aufgebauten Druckbild werden die Farbtöne aus Grauwerten für jeden Farbauszug aufgebaut, wobei die Grauwerte der benachbarten Pixel so gewählt sind, daß der darüber gemittelte Grauwert möglichst gut den Originalbildpunkt erreicht und somit der gewünschte Farbeindruck entsteht. – Auflösen von Grauwerten in ein Muster von schwarzen und weißen Micro-Punkten (z.B. bei FM-Rasterung), um möglichst kontinuierliche Verläufe bei Grautönen zu simulieren.

Druck

– in der Physik: Kraft pro Fläche, angegeben in N/m2 oder Pa
– in der Print- und Medientechnik: der Druckvorgang, das Druckverfahren, das Druckergebnis

Druckform

Einrichtung, deren Oberfläche so vorbereitet ist, daß ausgewählte Stellen Druckfarbe auf den Bedruckstoff (direkt oder indirekt über einen Zwischenträger) übertragen.

Druckkennlinie

Die grafische Darstellung des Zusammenhanges zwischen den Tonwerten der Druckvorstufenprodukte, z.B. Rasterdaten (Tonwerte) des Films oder der Druckplatte (meist bezogen auf die Tonwerte des Films), und den zugehörigen Tonwerten im Druck. (Daraus abgeleitet wird die sog. Tonwertzunahme).

Druckspannung

Physikalischer Druck (gemessen in N/m2 oder Pa), der in der Druckzone (engl. nip) der Druckmaschine erzeugt wird, um die Farbübertragung von der Druckform auf den Bedruckstoff bzw. von der Druckform auf das Gummituch und vom Gummituch auf den Bedruckstoff an allen Bildstellen zu ermöglichen.

Dublieren

Fehlerscheinung im Druckprodukt des Offsetdruckes (auch anderer indirekter Druckverfahren), die sich als doppelte oder mehrfache (schattenartige) Kontur der Druckbildelemente zeigt.Mechanische Schwingungen und Passerschwankungen während des Druckprozesses können Dublieren verursachen. Dublieren kann im Einfarben- und vor allem im Mehrfarbendruck auftreten. Dublieren hat, ähnlich wie Schieben, eine Erhöhung der Tonwertzunahme zur Folge.

Duplex (-druck)

– Bilderdruck, bei dem zwei Farben (z.B. Schwarz und Grau) nach einer einzigen Vorlage gedruckt werden, wobei Rasterwinkelung, Tonwerte und Tonabstufungen unterschiedlich gewählt werden. Ein Duplexdruck wirkt wegen der besseren Tonabstufung wesentlich plastischer als ein Einfarbendruck und kommt der fotografischen Qualität näher. – Bezeichnung für Vorder- und Rückseitendruck (Schönund Widerdruck) bei NIP-Verfahren (s. auch Perfector). wichtig im Bereich des Offsetdruck

Durchsichtvorlage

Kopiervorlage auf einem transparenten Träger, deren Bildinformation entweder in direktem Kontakt mit der Druckplatte oder durch Projektion auf diese übertragen wird.

DTP (Desktop Publishing)

Technologie des elektronischen Publizierens (sinngemäß: Publizieren am Schreibtisch). Mit Hilfe von Text- und Bildbearbeitungsprogrammen werden ganze Druckseiten auf einem Arbeitsplatzrechner erstellt und anschließend auf einem Drucker bzw. Belichter ausgegeben oder direkt an die Druckmaschine weitergeleitet. Heute mit digitaler Reproduktionstechnik gleichzusetzen.

Electronic Publishing (EP)

Erstellen von Drucksachen auf Basis digitaler Beschreibung der Inhalte mittels digital angesteuertem Drucker/Druckmaschine. (Siehe DTP)

Emulsion

Gemisch von Farbe und Feuchtmittel, wobei das Feuchtmittel in kleinen, gleichmäßig verteilten Tröpfchen in der Farbe verteilt (emulgiert) ist. Interessant besonders für den Digital Latexdruck von Werbeplanen wie Gerüstplanen und Bauzaunplanen

Entrasterung (Unscharf-Abtastung)

Um Moiré-Effekte beim Scannen (digitalen Abtasten) gerasterter Vorlagen zu vermeiden, werden die Vorlagen außerhalb des Schärfebereichs des Scanners, somit unscharf, abgetastet. Im Computer wird das Bild anschließend wieder geschärft. Eine Entrasterung ist auch auf Rechnerebene durch spezielle Bildverarbeitungsprogramme möglich.

Entwickeln

Die chemisch-physikalische Behandlung einer strahlungsempfindlichen (Foto-) Schicht zum Sichtbarmachen des durch die Belichtung entstandenen latenten Bildes (z.B. bei der Filmherstellung oder innerhalb des elektrofotografischen Prozesses bei dem NIP-Verfahren Elektrofotografie).

EPS (Encapsulated PostScript)

Dateiformat. Eine EPS-Datei besteht aus einem Mainfile mit einem Vorschaubild in Grobdaten und Einzelfiles mit den Feindaten.

Ethernet

Die am weitesten verbreitete Netzwerk-Art, die vor allem zur Vernetzung von Computern aller Art innerhalb eines Gebäudes als sogenanntes LAN (Local Area Network, lokales Netzwerk) verwendet wird. Zur Datenübertragung dienen dünne Coaxial- oder TP-Kabel (Twisted Pair). Die maximale Kabellänge beträgt 185 m bzw. 100 m bei TP-Kabeln. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist 10 MBit/s. Fastethernet hat Übertragungsraten von 100 MBits/s mit TP-Kabeln und 1 GBit/s mit Glasfaserkabeln.

Faksimile

Mit dem Original genau (Farbe, Rasterung, Papier, etc.) übereinstimmender Nachdruck.

Fan-out-Effekt

Verbreiterung der Papierbahn in einer Rollendruckmaschine, meist durch Feuchtung, aber auch durch die Druckspannung verursacht; kann prinzipiell auch beim Bogendruck auftreten.

Farbabfall

Bezeichnung für die Farbdichtevariation (ungleichmäßig dicke Farbschicht) in Druckrichtung beim Offsetdruck.

Farbauszug (Teilfarbenauszug)

Zerlegung einer Farbvorlage in die Grundfarbenanteile Cyan,Magenta und Gelb sowie Schwarz (früher mit Hilfe von Farbauszugsfiltern, heute auch rechnerisch möglich auf Grundlage der digitalen Beschreibung der Vorlage mit farbmetrischen Daten).

Farbe

1. Empfindung, durch das Auge vermittelter Sinneseindruck einer optischen Erscheinung. Farbe wird eindeutig durch drei Größen, z.B. Buntton, Sättigung und Helligkeit beschrieben. (Englisch: color)
2. Druckfarbe (für jedes Druckverfahren spezifisch) zur Erzeugung visuell wahrnehmbarer Information auf dem Bedruckstoff. (Englisch: ink)

Farbmischung

– additive: Licht unterschiedlicher Farben wird überlagert und von der Empfangseinrichtung additiert und als Farbe aufgenommen.Additive Grundfarben sind Rot, Grün und Blau (z.B. Farbfernsehen).Werden alle Farben (Idealfarben) mit gleicher Intensität überlagert, entsteht Weiß.
- subtraktive: Weißem Licht werden unterschiedliche Farbbestandteile entnommen (z.B. durch optische Transmissionsfilter). Subtraktive Grundfarben sind Cyan,Magenta, Gelb (z.B. für Drucktechnik).Werden alle Farben (entspricht der Filterung des weißen Papiers durch Transmission der Farben Cyan,Magenta und Gelb) übereinandergedruckt, entsteht die Farbe Schwarz.

Fassung (customizing/targeting)

Die Gesamtauflage eines Druckproduktes wird in Teilauflagen (Fassungen) unterteilt, indem z.B. bei sonst identischem Inhalt Textteile sprachlich und inhaltlich geändert werden; so z.B.Adressen einer Organisation oder einer Firmengruppe mit regional unterschiedlichen Standorten oder auch Sprachversionen (wie derselbe Text in Fassung 1 und englischer Text in Fassung 2). Es werden also keine einzelnen Personen direkt adressiert (wie beim Personalisieren), sondern Kundengruppen, Zielgruppen.

Feindaten

Für den Druck notwendige hochauflösende Daten zur Gewährleistung einer optimalen Druckqualität, speziell bei Bilddaten erforderlich. (Siehe Grobdaten)

Film

Negativ-Film: die Bildbereiche ohne Einfärbung sind geschwärzt.
Positiv-Film: die Bereiche, die farbige Bildinformation (also nicht weiß sind) tragen, sind geschwärzt; d. h. der Film sieht aus wie ein Schwarz/Weiß-Bild des Originals.

Flächendeckungsgrad/Flächendeckung

Verhältnis der Flächendeckung (mit Bildelementen bedeckte Teilfläche) zur Gesamtfläche. Der Flächendeckungsgrad wird meist in Prozent angegeben.Man unterscheidet bei Aufsichtvorlagen zwischen dem aus optischen Messungen bestimmten wirksamen Flächendeckungsgrad (Tonwert) und dem aus Flächenmessungen bestimmten geometrischen Flächendeckungsgrad (bei Positivvorlagen meist etwas niedriger wegen des nicht vorhandenen Lichtfanges).

Fotopolymer

Kunststoff, der unter Lichteinwirkung vernetzt, d. h. sich verfestigt.

Fuser/Fixiereinrichtungen

Baugruppe in Non-Impact-Drucksystemen, die dazu dient, z.B. Pudertoner anzuschmelzen und auf dem Papier zu fixieren. Fuser (Fixiereinheiten) bestehen meist aus mit dem Bedruckstoff in Berührung stehenden beheizten Walzen mit farbabweisendem Bezug.Auch berührungslos arbeitende Fuser mit IR-Strahlung sind üblich.

Ganzbogenausgabe

Ausgabe des Datensatzes zur Beschreibung eines vollständigen Druckbogens (eine oder mehrere ausgeschossene Druckseiten), der ohne eine weitere Bearbeitung/ Herstellung eines kompletten Filmes für die Druckplattenkopie oder direkt für die Druckplattenherstellung (Computer to Plate) eingesetzt werden kann. (Siehe auch Ausschießen)

Glanz

Eine Sinnesempfindung, die auf der physikalischen, optischen Eigenschaft von Oberflächen beruht, eingestrahltes Licht mehr oder weniger gerichtet zu reflektieren.

Gradation (Gammawert)

Maß für die Fähigkeit einer lichtempfindlichen Schicht eines Films, Dichteabstufungen wiederzugeben. Die Einteilung in Gradationsstufen erfolgt von weich bis ultrasteil. Ein ultrasteiles Filmmaterial gibt nur sehr hohe Dichte oder den klaren Film wieder, ein weiches Filmmaterial hingegen viele Zwischenstufen.

Gravur

Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckformen, bei dem z.B. ein elektromechanisch bewegter Stichel Vertiefungen (Näpfchen) in die Kupferschicht des Druckzylinders schneidet. Größe und Tiefe der Näpfchen werden bildabhängig variiert. Die gravierten Näpfchen werden im Druckprozeß mit Farbe gefüllt, die dann auf den Bedruckstoff übertragen wird.

Grobdaten

Daten für niedrigaufgelöste Darstellung von Bildern und Texten, ausschließlich verwendbar für Gestaltung und Layout-Konzeption; Vorteil: relativ kleine, entsprechend schnell zu verarbeitende Datenmengen, speziell bei Bilddaten erforderlich (z.B. Originaldaten/Feindaten für A4-Farbbild ca. 40 MByte, Grobdaten ca. 2,5 MByte).

Guillochen

Geometrisch komplizierte, ineinander verschlungene, feine, stetig verlaufende Linienmuster auf Wertpapieren und Dokumenten, die eine Fälschung erschweren.

Halbton

Der Ton einer nicht in Bild- und Nichtbildelemente zerlegten Fläche (Halbton in Englisch: continuous tone), wobei für das menschliche Auge die kleinen Bildpunkte/ -elemente nicht sichtbar sind und die Tonwertverläufe kontinuierlich erscheinen (siehe z.B. Fotografie im Gegensatz zu gerasterten Druckbildern). Gegensatz: Rasterton (Englisch: halftone).

Hybrid-Technik/- Verfahren

Der Verbund unterschiedlicher, meist separat eingesetzter Technologien innerhalb einer Funktionseinheit; so z.B. die Kombination Analog- und Digitaltechnik oder im Rahmen der Produktion von Printmedien die Kombination verschiedener Drucktechnologien (z.B. Offsetund Flexodruck, oder Offsettechnik und NIP-Technologie) in einem Produktionssystem.

Hydrophil

Wasserannehmend. Im Offsetdruck die nicht farbführenden (oleophoben), bildfreien Bereiche auf der Druckplatte.

Hydrophob

Wasserabweisend. Im Offsetdruck die farbführenden (oleophilen), druckenden Bereiche auf der Druckplatte.

Illustrationsdruck

Druck von Zeitschriften und Flyer, die meist regelmäßig (als Periodika) erscheinen.

Inline

Durchführung von Verarbeitungsschritten bei hardwareund softwaremäßiger Anbindung (Verkettung) der Aggregate an die Druckmaschine. Z.B. können Aggregate für Lackieren, Falzen, Heften mit der Druckmaschine fest verkettet werden. (Inline-Druckqualitätskontrolle bedeutet, daß die Meßeinrichtung in der Maschine integriert ist und die Qualität innerhalb des Produktionsschrittes, den die Maschine ausführt, meßtechnisch erfaßt und kontrolliert wird.)

Interface

Schnittstelle zwischen Baugruppen, z.B. einzelnen Elektronik-Baugruppen bzw. Programmen.

Job-Ticket

Bezeichnung für eine digitale „Auftragstasche“ für die Arbeitsabläufe in der Druckvorstufe, beim Drucken und in der Weiterverarbeitung. Es spezifiziert den Druckauftrag, die Produktionsmittel, enthält technische, organisatorische, terminliche und evtl. auch betriebswirtschaftliche Informationen.

JPEG (Joint Photographic Experts Group)

Datenformat und Kompressionsalgorithmus für Farbbilder. Häufige Anwendung bei Digitalkameras. Vorteilhaft für Internet-Anwendungen wegen der relativ kleinen Datenmengen.

Klischee

Häufige Bezeichnung für die im Flexodruck verwendete Hochdruckform; auch für die im Tampondruck verwendete Tiefdruckform.

Kopie

Das von einem Original als Vorlage, sei es ein Diapositiv, Foto, Druck, Dokument, Rasterfilm, Halbtonfilm, angefertigte Abbild auf demselben oder einem anderen Material.

Kopiervorlage

Durchsichtsvorlage (mit Positiv- oder Negativbild) für die Druckplattenherstellung (Druckplattenkopie). Die Vorlage enthält jeweils für eine Druckfarbe die gesamte zu drukkende Information eines Druckbogens.

Lasierende Farbe

Durchscheinende Farbschicht im Gegensatz zu Deckfarbe (opak). Druckfarben sind überwiegend lasierende Farben. Die durchscheinende, farbfilterähnliche Wirkung ist eine Voraussetzung für die subtraktive Farbmischung.

Latentes Bild

Vorhandenes, aber nicht sichtbares (verborgenes) Bild, z.B. auf dem belichteten, noch nicht entwickelten Film einer Druckplatte oder auf dem Fotoleiter in der Elektrofotografie.

Letterset

Englische Bezeichnung für indirekten Hochdruck, d.h. drucken mit Hochdruckform über Gummizylinder auf den Bedruckstoff.

Lichtart

Bezeichnung für Licht, dessen Strahlungsfunktion genau definiert ist, z. B. durch die Farbtemperatur T=5000 K als sogenannte Lichtart D50 oder T=6500 K als D65 (mittleres Tageslicht). Die Angabe der Lichtart ist wichtig für die Abmusterung von Farbdrucken.

Lichter (Spitzlichter)

Die hellen Töne eines positiven Bildes und die entsprechenden Stellen des Negativs.

Mater

Abformmaterial zur Herstellung einer Hochdruckform. Je nach Art des Abgusses (Stereo) werden für die Mater unterschiedliche Materialien verwendet, z.B. Pappe, Kunststoff, Blei,Wachs etc.

Modem

Schnittstelle (meist seriell) zwischen Telefonnetz und Computer. Ein Modem ist Sender (Ausgabe von Computerdaten in das Netz) und Empfänger („Empfang“ von gesendeten Daten) zugleich. Der Begriff Modem stammt aus der Radiotechnik und setzt sich zusammen aus MOdulator und DEModulator.

Moiré

Unerwünschtes, störendes Muster (Interferenzeffekt) in gerasterten, i. allg.mehrfarbigen Bildern, das z.B. auf ungünstige Rasterwinkelung, einen Passerfehler (Verwinkelung) oder auch auf spezielle Strukturen der Vorlage in Verbindung mit dem Rasterwinkel zurückzuführen ist.

Mottling

1. Beim Scannen: Flächenhafter Effekt im gesamten Bild, der häufig durch zu starke Schärfung entsteht. Gemeint ist zum Beispiel das Sichtbarwerden der einzelnen Pixel oder sogar der Filmkörnung.
2. Im Druck: Fleckiger, wolkig erscheinender Ausdruck aufgrund unterschiedlichen Wegschlagens der Farbe ins Papier. Besonders auffällig im Mehrfarbendruck.

Naß-in-Naß-Druck

Druck in Mehrfarbenmaschinen. Der Druck der zweiten oder weiteren Farbe erfolgt auf die noch nicht getrocknete zuvor gedruckte Farbe.

Nebeln (Stäuben)

Nebenerscheinung bei der Farbspaltung, insbesondere an schnellaufenden Farbwalzen. Dabei lösen sich sehr kleine Farbtröpfchen aus den Farbschichten am auslaufenden Walzenspalt. Sie bilden mit der Umgebungsluft ein Aerosol, können zu Druckstörungen führen und tragen zur Verschmutzung der Maschine bei. Nebeln ist stark abhängig von der Rheologie, insbesondere von der Zügigkeit (Tack) der Farbe, auch von Geschwindigkeiten der farbführenden Oberfläche und der Geometrie der Walzen. (Siehe im Vergleich dazu Spritzen)

NIP (Non-Impact-Printing)

Druckverfahren, die keine feste Druckform benötigen und daher prinzipiell von Druck zu Druck eine unterschiedlich bedruckte Seite erzeugen können. Zu den wichtigsten NIPVerfahren gehören Elektrofotografie und Ink Jet. (Die Bezeichnung hat ihren Ursprung im „anschlaglosen“ (non-impact) Verfahren im Gegensatz zu Verfahren mit Anschlag (impact), z. B. bei Matrix-Druckern.)

Nutzen

Die Anzahl gleicher Objekte, die aus dem gleichen Werkstoff gefertigt werden, so zum Beispiel in der Drucktechnik die Anzahl gleicher Drucke auf einem Druckbogen. In der Reproduktionstechnik (Nutzenkopie) das Aneinanderreihen desselben Motivs in bestimmten Abständen nach einer oder zwei Richtungen durch fotografische Aufnahmen oder Kopie.

OCR (Optical Character Recognition)

Computergestütztes System zur optischen Schrifterkennung. Der erkannte Text kann in einem Textverarbeitungsprogramm weiter verwendet werden. (Ähnlich: MCR/Magnetical Character Recognition, wo beim Druck mit magnetischer Farbe über magnetische Sensoren ein automatisches Lesen erfolgt.)

Offline

Einzelne Bausteine (Geräte/Maschinen) eines Systems stehen nicht in direkter Verkettung miteinander (sind nicht mechanisch und/oder elektrisch verkettet), aber eine datenmäßige Vernetzung ist durchaus möglich. Bei der Erstellung von Druckprodukten z.B. die Durchführung einzelner Schritte der Druckweiterverarbeitung wie Falzen oder Schneiden der Druckbogen außerhalb der Druckmaschine und unabhängig von deren momentanen Einsatz.

Oleophil

Oberflächeneigenschaft aufgrund von Grenzflächeneffekten; öl- bzw. farbannehmend.

Oleophob

Oberflächeneigenschaft aufgrund von Grenzflächeneffekten; öl- bzw. farbabweisend.

Opazität/opak

– Allgemein: Die Eigenschaft eines Materials, Licht zu absorbieren. Das Maß für die Opazität ist der Kehrwert des Transmissionsgrades (Lichtdurchlässigkeit).
– Maß für die Lichtundurchlässigkeit von Papieren und anderen Stoffen.Wichtig beim beidseitigen Bedrucken von Print-Medien. Eine hohe Opazität von Papier wird sowohl durch die Zugabe von Füllstoffen wie Kaolin, Talkum oder Titandioxid als auch durch einen höheren Holzanteil erreicht; damit scheint das Druckbild der Vorderseite nicht auf die Rückseite durch.
– Offsetfarben sind im allgemeinen nicht opak, sondern lasierend (durchscheinend).

OPI (Open Prepress Interface)

Ein server-unterstütztes Interface, das bei der Ausgabe von PostScript-Dateien für Layoutzwecke eine niedrig auflösende Version des Bildes ermöglicht. Diese Previews werden für die weitere Bearbeitung der Layouts und Bildmontagen genutzt. Die Previews werden dann bei der Belichtung (Film, Platte) automatisch durch die hochauflösenden Bilder ersetzt.

Passer

Lagegenauigkeit der Teilfarbendrucke (Farbauszüge) auf dem Druckprodukt zueinander (auch Farbregister genannt). Umfangspasser: in Maschinenlaufrichtung (Druckrichtung), Seitenpasser: quer dazu.

PDF (Portable Document Format)

Teil des Adobe Acrobat Datenformates, das einen plattform- und programmübergreifenden Dokumentenaustausch ermöglicht.Perfector Schön- und Widerdruckmaschine; dabei können Vorderund Rückseite des Bedruckstoffes während eines Maschinenlaufes bedruckt werden (insbesondere bei Maschinen mit NIP-Technologie, auch als Duplex- Maschinen bezeichnet). Personalisieren (Individualisieren) Ein Druckprodukt, dessen Inhalt insgesamt oder teilweise für einen bestimmten Kunden erzeugt wurde. Im einfachsten Fall lediglich Anschrift/Ansprache (Textteile personalisiert) oder Broschüre, die den speziellen Interessen des Empfängers entsprechend zusammengestellt ist, z.B. Reiseführer mit Route, Unterkunft, zeitlicher Ablauf den individuellen Interessen entsprechend. Teile des Inhaltes sind also konstant, identisch mit anderen Ausgaben, aber mehr oder weniger umfangreich, individuell angepaßt, geändert, ergänzt.

Pixel

Entsteht durch Zerlegung eines Bildes in diskrete Bildelemente. Das Pixel ist der kleinste, von einem elektronischen System (z.B. Bildschirm, Drucker, Scanner, Digitalkamera) ansprechbare (adressierbare) Bildpunkt. Abkürzung aus dem Englischen von Picture Element.

Pixelformat

Format zur Speicherung von Bilddaten, bei dem jedes Pixel durch entsprechende Daten beschrieben wird. Das meist verwendete Pixelformat ist TIFF (Tagged Image File Format). Das Pixelformat eignet sich vor allem für Bilder, allerdings ist der Speicherbedarf insbesondere bei hoher Bildqualität (hoher Auflösung) sehr groß.

PostScript

Von Adobe Systems entwickelte geräteunabhängige Seitenbeschreibungs- und Programmiersprache für Texte, Grafiken und Halbtonbilder. Gleichzeitig auch Format für Text- und Bildinformation.

Preflight-Check

Prüfung einer Datei zur Beschreibung und Definition des Druckauftrages, z.B. zur Erzeugung von Filmen oder Platten, auf Vollständigkeit der Bild- und Textinformationen (z.B. Stand, richtige Schriftfonts,Ausschießen, Akzeptanz bei der Übernahme durch verschiedene Produktionseinrichtungen etc.).

Presseur

Druckzylinder im Tiefdruck, bestehend aus einem Stahlkern, der mit einer Elastomerschicht überzogen ist. Er preßt den Bedruckstoff gegen die Druckform. Eine elektrostatische Aufladung des Presseurs begünstigt die Übernahme der Druckfarbe aus den Näpfchen der Druckform zum Übertrag auf den Bedruckstoff.

Primer

Dünnflüssiger, farbloser Lack zur Grundierung der Bedruckstoffoberfläche (Verbesserung der Benetzung und Haftvermittlung). Primer wird vor der eigentlichen Lackierung zur Verbesserung des Glanzes, insbesondere in Verbindung mit UV-Lacken bzw. vor dem Klebstoffauftrag zur besseren Haftung aufgebracht. - wichtig für den Werbeschilder Druck

Print on Demand (PoD)

Eine Drucksache wird nicht längerfristig auf Vorrat produziert, sondern erst bei Bedarf oder zumindest in Teilauflagen; im Extremfall als Einzelexemplar erst nach Bestellung des Kunden.

Proof (Prüfdruck)

Verfahren zur Qualitätskontrolle in Druckvorstufe und Druck bezüglich Farbwiedergabe, Passer, Text- und Bildanordnung oder auch als Vorlage für den Auflagendruck. Es wird je nach Art der Vorlage zwischen Analogund Digital-Proof unterschieden.Analog-Proofs werden von fertig belichteten Filmen z.B. mittels Farbfolien auf fotomechanischem Weg hergestellt. Digital-Proofs werden mittels Farbdrucker (meist in Ink Jet- oder Thermosublimationsverfahren) aus dem digitalen Datenbestand erstellt. Dabei soll das zu erwartende Druckergebnis auf einer Auflagendruckmaschine so gut wie möglich nachgebildet werden; dies wird unterstützt/erreicht durch Einsatz von Color-Management-Systemen. (Siehe Andruck).

Raster

In druckende und nichtdruckende Bildelemente (Rasterpunkte oder -linien) zerlegte Fläche, wobei die Größe und/oder die Anzahl der Bildelemente pro Fläche entsprechend den Tonwerten der Vorlage variieren. Es wird im wesentlichen unterschieden zwischen Amplitudenmodulierter (AM-) und Frequenzmodulierter (FM-) Rasterung. Das Rastern einer Halbtonvorlage zur Erzeugung des Rastertonbildes wird heute überwiegend auf elektronischem Weg durchgeführt. Rasterfrequenz (Rasterfeinheit, Rasterweite) Anzahl von Druckbildelementen wie Rasterpunkte und -linien pro Längeneinheit in jener Richtung, in der sich der höchste Wert ergibt. Einheit: cm–1. So liegen z.B. in einem 60er Raster (üblicher Wert im Offsetdruck) 60 durch Rasterlinien gebildete Rasterzellen auf der Länge von einem Zentimeter. - wichtig für den Siebdruck unter anderem von Werbefahnen und Werbeartikel

Rasterpunkt

Bildelement eines Rasters, z.B. kreis-, ellipsen-, rautenförmig oder quadratisch geformt. Unterhalb des Mitteltones sind die eingefärbten Rasterpunkte freistehend gedruckte Flächenteile, oberhalb verbinden sie sich miteinander, und es erscheinen Rasterpunkte als vom Druck ausgesparte helle Flächen.

Register

1. Lagegenauigkeit der Druckbilder auf Vorder- und Rückseite eines Druckbogens zueinander. Im Schönund Widerdruck spricht man auch von Wenderegister.
2. Im Mehrfarbendruck Lage der Farbauszüge zueinander (Farbregister).
3. Bezeichnung für die Lagegenauigkeit der Farbauszüge auf dem Druckprodukt, bezogen auf die Bogen- bzw. Bahnabschnittsaußenkanten. In Maschinenlaufrichtung spricht man von Umfangsregister, quer dazu von Seitenregister.

Rendering

(engl.: Übertragung) – Andere Bezeichnung für Rastern (s. Raster) – Verwendung des Begriffs ist weiterhin üblich, wenn 3-dimensionale Szenen in 2-dimensionale Bilder überführt werden. Rendering ist dabei der Prozeß, eine 3- dimensionale Szene (mit Körpern und deren Beleuchtung) abzubilden in eine 2-dimensionale Ansicht (z. B. Monitor-Bild) mit Licht und Schatten. Rendering ist auch bei Bewegtbildern,Virtual-Reality-Darstellungen notwendig, wobei jedes Einzelbild gerendert wird.

Reproduktionstechnik

– Analoge: Technik, bei der hauptsächlich fotomechanische, chemische und physikalische Mittel zur Bildbearbeitung eingesetzt werden.
– Digitale: Technik, bei der elektronische Mittel wie Scanner, Computer einschließlich Software, Belichter usw. zur Bilderfassung und Bildbearbeitung eingesetzt werden.

Rheologie

Lehre vom Fließ- und Verformungsverhalten flüssiger, aber auch fester oder gasförmiger Stoffe; rheologische Kenngröße zur Beschreibung von Flüssigkeiten ist z.B. die Viskosität (Zähigkeit), etc.

RIP (Raster Image Processor)

Im RIP werden die ankommenden Informationen über eine Seite (digitaler Aufbau in Bild-, Text- und Grafikelemente sowie Angabe der Positionen) in eine Bitmap transformiert. Dabei erfolgt im wesentlichen die Rasterung und die Aufbereitung von Daten zur Ansteuerung des Ausgabegerätes.

Satz

Bezeichnung für die Herstellung des Textteils einer Drucksache. (Englisch: composition; imposition dagegen ist das Zusammenführen von Text, Grafik und Bild zu Seiten sowie auch das Zusammenführen von Seiten zur Bildung eines Druckbogens.)

Scannen

Englisch: „abtasten“. Eine Vorlage wird zeilenweise abgetastet, um die analoge Bildinformation in eine digitale umzuwandeln. Diese kann im Computer weiterverarbeitet werden. Der Begriff Scannen wird auch genutzt zum Übertrag von Information (z.B. durch Licht oder Farbe) auf einen Träger durch ein bewegtes Bebilderungssystem.

Schablonieren

Unter Schablonieren versteht man eine sich in Druckrichtung schattenartig wiederholende, nicht erwünschte Abbildung eines davor liegenden Druckbildteiles. Die Abbildung zeigt sich durch eine höhere oder niedrigere Färbung im Vergleich zum Umfeld. Schablonieren wird beeinflußt durch die Farbverteilung im Farbwerk, insbesondere auf den Farbauftragswalzen. Ist das Farbprofil durch Farbrückspaltung aufgrund des Bildes auf der Druckform vor der nächsten Einfärbung (Umdrehung der Walze) nicht genügend abgebaut, d. h. vergleichmäßigt, so erfolgt ein teilweiser Übertrag des bereits gedruckten Bildabschnittes in einen anderen Bildteil des Druckbogens.

Schärfe

Wiedergabequalität von Kontrastverläufen, insbesondere Linien und Kanten einer Bild- und Strichvorlage.Wird meist mit Detailschärfe, Detailwiedergabe bezeichnet.Als Maß dient das Auflösungsvermögen der Reproduktionsoder Druckeinrichtung.

Schieben

Schieben ist ein qualitätsmindernder Vorgang im Offsetdruck, der sich durch Veränderungen der Geometrie der Druckbildelemente (Rasterpunkte) zeigt. Zum Beispiel verändern sich kreisrunde Rasterpunkte in ovale. Schieben in Druckrichtung wird als Umfangsschieben und Schieben quer dazu als Seitenschieben bezeichnet. Dieser Effekt hängt mit den Abwicklungsverhältnissen innerhalb der Zylindergruppe Platten-, Gummi- und Druckzylinder sowie mit Materialeinflüssen zusammen.

Schmalbahn

Bezeichnung für einen Druckbogen, der so aus der Papierbahn geschnitten wurde, daß die lange Seite des Bogens in der Hauptfaserrichtung (Laufrichtung der Papierbahn bei der Papierherstellung) des Papiers liegt. (Siehe auch Breitbahn)

Schön- und Widerdruck

Bedrucken der Vorderseite (Schöndruck) und Rückseite (Widerdruck) eines Bogens.

Server

Computer, die in einem Netzwerk als Teil eines Client/ Server-Systems bestimmte Dienste anbieten. Im Umfeld der Druckvorstufe werden leistungsfähige Rechner als Daten-Server dazu verwendet, umfangreiche Datenmengen von Texten und Bildern in hoher Auflösung zentral zu speichern.

Shore-Härte

Maß für die Härte von Materialien wie z.B. Elastomeren (Walzenbezügen aus Gummi, Flexodruckformen usw.) definiert nach DIN 53505. Je höher der Wert der Shore- Härte (in Grad), desto größer ist die Härte des Materials. Je nach Härte des Materials wird unter verschiedenen Bedingungen geprüft. Prüfung nach Shore (A) z.B. bei weichem Gummi, nach Shore (D) bei hartem Kunststoff.

Signatur

1. Kennzeichnung (Aufdruck) der ersten und letzten Seite des Falzbogens (z.B. 17 und 32 für den zweiten Falzbogen beim 16-Seiten-Format), um die korrekte Lage und Reihenfolge in der buchbinderischen Weiterverarbeitung zum Block (mehrere Falzbogen zusammengetragen und verbunden) zu unterstützen. Die Signatur wird meist mit dem Beschnitt des Blocks entfernt.
2. Häufige Bezeichnung auch für Druckbogen; im Rollendruck für einen mit dem Druckformat entsprechend gedruckten Bahnabschnitt. Skalenfarben (für den Vierfarbdruck) Gelb, Cyan,Magenta und Schwarz. (Englisch: process colors)

Sleeve

Druckplatten- oder Drucktuchhülse nennt man Sleeve. Sleeves begünstigen ein ruhiges, stoßfreies Abrollen der Zylinder aufeinander infolge der fehlenden Unterbrechung durch üblicherweise vorhandene Spannkanäle am Umfang des Zylinders; Sleeves ermöglichen den Endlosdruck und reduzieren den Verschnitt durch prinzipiell mögliche Vermeidung druckfreier Bereiche.

Spektralfotometer

Bezeichnung für ein Meßgerät zur Bestimmung von Farbwerten, wie z.B. Buntton, Helligkeit und Sättigung, mit denen Farbe dem Farbempfinden des Menschen entsprechend zahlenmäßig eindeutig gekennzeichnet werden kann (im Gegensatz zum Densitometer,mit dem nur Schichtdicken erfaßt werden).

Spot Color

Spot Color ist eine Sonderfarbe, Schmuckfarbe; wird zusätzlich oder anstatt der Standardfarben (C,M,Y,K) im Druck eingesetzt, um spezielle Farbtöne ohne Mischung der Grundfarben zu drucken. Oft auch als einzige Buntfarbe im Schwarz/ Weiß-Druck.

Spritzen (Sprühen)

Abschleudern größerer Farbteilchen von Farbwerkswalzen oder von der Druckform, insbesondere bei schnellaufenden Maschinen. (Siehe im Vergleich dazu Nebeln)

Suspension

Aufschwemmung sehr kleiner fester Teilchen in einer Flüssigkeit.

Tabloid-Format

Im Zeitungsdruck halbes Format (halbe Bahnbreite) gegenüber dem Broadsheet-Format (volle Bahnbreite). Die Papierbahn wird auf dem Falztrichter geschlitzt und die Teilbahnen übereinander gelegt, anschließend wird einmal quergefalzt. Ein äußeres Kennzeichen einer Zeitung im Tabloid-Format ist, daß die Einstiche der Punkturnadeln seitlich liegen (beim Broadsheet-Format markieren sich die Punkturnadeln am unteren Rand). Zeitungen im Broadsheet-Format werden auf dem Falztrichter längs und auf dem Falzzylinder noch quer gefalzt.

TIFF (Tagged Image File Format)

Ist das gängigste Pixelformat und wird von nahezu allen Systemen unterstützt. Dieses Format ist u. a. geeignet für den Datenaustausch von Bildern in Farbe und Grauwerten sowie unterschiedlichen Auflösungen und Größen.

Tonen

Im Offsetdruck sowie bei NIP-Druckverfahren das Einfärben/Bedrucken von außerhalb des Druckbildes liegenden und nicht dem Druckbild entsprechenden Stellen. (Englisch: scumming). Dies z.B. infolge von Farbübertrag durch Druckformflächen, die fehlerhaft Farbe übernehmen, oder auch durch Übertrag vom Gummizylinder (indirekter Druck) durch dort fehlerhaft farbführende Oberflächenteile.

Tonwert (Rastertonwert)

Maß für den optischen Eindruck einer gerasterten Fläche, ausgedrückt in Prozent, wobei die unbedruckte Fläche den Tonwert 0% und die Volltonfläche den Tonwert 100% hat. Der Tonwert gibt bei Rastern das prozentuale Flächenverhältnis von Rasterpunkten zur Gesamtfläche an.

Tonwertzunahme

Differenz zwischen dem Tonwert (in Prozent) des Drucks und dem zugehörigen Tonwert (in Prozent) des Films, der der Druckform zugrunde liegt.Wird filmlos (Computer to Plate) oder ohne Druckform produziert (NIP-Verfahren), so bezieht sich die Tonwertzunahme auf die Tonwerte der zugrundeliegenden Daten für den Farbauszug.

Transparenz

Die Eigenschaft eines Materials, Strahlung (zum Beispiel Licht) durchzulassen.

Trapping

1. Farbannahmeverhalten beim mehrfarbigen Übereinanderdruck.
2. Überfüllung/Unterfüllung in der Reprotechnik beim Bildaufbau (s. Überfüllung).

Überfüllung

In der Reprotechnik wird mit Überfüllung die Überlappung zweier aneinanderstoßender Farbflächen bezeichnet. Die Flächen werden beispielsweise in der Reproduktion gering verbreitert, damit sich Fehlpasser nicht durch unschöne weiße Stellen (Blitzer) bemerkbar machen (auch Trapping genannt). Entsprechend können auch Unterfüllungen erforderlich werden, wenn z.B. negative Strukturen (z.B. Schrift) ein mehrfarbig aufgebautes Umfeld haben.

Vektorformat

Format, bei dem Strichbilder (Liniengrafik, Text) nicht in Form von einzelnen Bildpunkten (Pixel) gespeichert werden, sondern in Form von Linienstücken, definiert durch Angabe von Anfangs- und Endpunkt („Vektoren“) sowie Strichbreite.Vorteile gegenüber dem Pixelformat sind in der Regel ein wesentlich geringerer Speicherbedarf und die Skalierbarkeit ohne Einbuße an Bildschärfe. Vektorgrafiken sind ideal für den Großformatdruck von Bauzaunplanen, Gerüstplanen und sehr großen Werbeschilder.

Viskosität (Zähigkeit)

Die Viskosität beschreibt die Eigenschaft eines Stoffes, unter Einwirkung einer mechanischen Spannung zu fließen und irreversibel deformiert zu werden. Im allgemeinen wird zur Kennzeichnung der rheologischen Eigenschaft von Flüssigkeiten, wie z.B. Farbe, die dynamische Viskosität (h) angegeben. – Dynamische Viskosität (h), gemessen in Pa· s, ist der Quotient aus dem Druck in der Schichtfläche und dem Geschwindigkeitsgefälle. – Kinematische Viskosität (n), gemessen in m2/s, ist der Quotient aus dynamischer Viskosität und Dichte des Stoffes.

VOC (Volatile Organic Compounds)

Internationale Bezeichnung für flüchtige organische (kohlenstoffhaltige) Verbindungen,mit den Ausnahmen Methan, Kohlenmonoxid und -dioxid. Im Offsetdruck sind der Feuchtmittelalkohol IPA und Lösemittel zum Reinigen mengenmäßig mit Abstand die wichtigsten VOCs, im Tiefdruck vor allem Toluol.

Wegschlagen

Aufsaugen/Eindringen von flüssigen Bestandteilen der Druckfarbe oder von Tinte in die Poren eines saugfähigen Bedruckstoffes (gehört wie die Verdunstung zur physikalischen Trocknung).

Workflow

Beschreibung, Organisation und Überwachung von Arbeitsabläufen; Prozeßschritte zur Erzeugung von Produkten; z.B. beschreiben die Arbeitsbereiche/Prozeßschritte Premedia, Prepress, Press, Postpress in groben Schritten die Produktionsabschnitte von der Idee bis zum fertigen Druckprodukt. Der entsprechende Workflow kann mehr oder weniger vernetzt sein. Beim digitalen Workflow werden Dokumente mit Hilfe eines Computersystems/Netzwerkes von einer Arbeitsstufe zur nächsten geleitet.

Zügigkeit (Tack)

Flächenbezogene Kraft, mit der die Druckfarbe der Filmspaltung entgegenwirkt.




Quelle: Handbuch der Printmedien von Helmut Kipphan (Hrsg) - isbn 3-540-66941-8